uns sieht keiner
July 24th, 2008out of the dazzlin sunlight -
ich dachte immer, bloggen ist eine nächtliche angelegenheit. aber die nächte sind teuer zur zeit und das tageslicht masslos zerstreut. das kindchen teheran.:.sahebe delam.:. hat die geburt überstanden, und alle warn froh dass es ein zeugnis war. war das schön, all die iranischen exilkinder im theater stok zu haben, mit einem grinsen bei den insidern, die beim ersten hören dann eben doch die verstehen, die’s erlebt haben - und wie schön von den anderen zu hören, dass diese grosse unbekannte nebelstadt ein wenig konturen erhalten hat. er wird flügge, der abend, das versprech ich euch.
jetzt aber mal gar nix zu den neuesten sorgen aus iran, sondern zurück ins jahr 1895, als herr abgeordneter freiherr von heeremann den schlauen satz von sich gab: “… der zweck des theaters (ist), einen menschen harmlos zu unterhalten, oder auch literarisch und künstlerisch anzuregen.”
das könnt ihr vergessen leute. wir werden euch nicht ruhig auf den stühlen sitzen lassen. ich steh da ganz hinter dem lieben georg, der da ein paar jahre später meinte: “nun schauen Sie sich das einmal an. wie gehetzt, wie hohl, wie gottverlassen! das kann nicht bleiben, das muss zugrunde gehen.” gottverlassen von mir aus, aber bitte kein austausch von harmlositäten. dass wir euch mit samthandschuhen nette unterhaltung bieten und uns im heiligen spass abrackern, dass wäre ja wirklich nett. aber nett ist ja auch schon lange nicht mehr das, was es mal war.
rätsel über rätsel, wir holen die schlittschuhe in den sommer, und mehr sei nicht verraten. wer weiss ob die dinge die da kommen nicht ganz andere sind.
Wenn die schnellen Winde wehen
in den warmen Nächten
wollen wir über die Trümmer gehen
in den warmen Nächten
Deine Hand in meiner, Lisa
deine Haut an meiner
schneller, Lisa, schneller
uns sieht keiner
Wenn der weisse Mond aufgeht
über den Ruinen
siehst du wie die Nacht sich dreht
über den Ruinen
Deine Hand in meiner, Lisa
Deine Haut an meiner
weiter, Lisa, weiter
uns sieht keiner
Wenn unsre Mäntel nicht mehr schwer
auf unsern Schultern liegen
wenn sie zwei Segel unterm Wind
werden wir fliegen
deine Hand in meiner, Lisa
deine Haut an meiner
höher Lisa, höher
uns sieht keiner
(thomas brasch)
new york new york
June 30th, 2008cadartin produktionen präsentiert im rahmen von STÄDTE.:.SCHALEN
NEW YORK NEW YORK
eine Begegnung zwischen Capote, Cage & Ives
9. Juli 2008 20 Uhr
Theater Stok, Zürich
„Ich habe immer viel Zeit und Mühe daran gewandt, Mensch wie Hund zu zähmen oder ihnen aus dem Weg zu gehen, und die Reportagen in diesem Buch legen Zeugnis davon ab. Es sind Souvenirs von Orten und Menschen, die zusammen etwas ergeben wie eine geschrieben Landkarte meines Lebens.“ (Truman Capote)
Ob sich Capote, Cage und Ives jemals begegnet sind? Vielleicht trafen sie sich in New York? Vielleicht bei einer improvisierten Cocktailparty in einem kleinen Kellerlokal in Brooklyn? Vielleicht tranken sie einen doppelten Martini?
Dann sprachen sie bestimmt über Reissnägel im Klavier, Militärmusikkapellen im Central Park und die gestutzten Flügel des Raben.
Werner Bärtschi: Klavier
Matthias v. Bausznern: Lesung
Dauer: ca. 80 Minuten
Tickets unter 0041 (0) 78 836 45 91 oder info@cadartin.com
sahebe delam!
June 12th, 2008dears sirs and habibis, we proudly anounce:
teheran.:.sahebe delam.:.
2. / 3. juli 2008 21 uhr theater stok, zürich
in teheran sitzt eine der grössten blogger-gemeinschaften der welt und haut in die tasten, was über die lippen nicht dringen darf, reisst jede tür auf, die woanders zugeschlagen wird: die iranischen blogs sind gratiszeitung, tagebuch und kontakt in die welt: “bloggen scheint wie eine therapiesitzung umsonst zu sein.” in diesen fetzen des alltags spiegeln sich eindrücke einer stadt, die auf unvergleichliche art moderne urbanität und ein leben voller konservativer regeln in explosiver weise vereint – “sie sagen, dass das einzige beständige der wandel ist. damit bin ich nicht einverstanden. es gibt eine andere konstante, und das ist das verlangen nach veränderung.”
eine café-entführung in eine stadt, die so gar nicht den orientalischen klischees entspricht und umso mehr verzaubert…
eine bunte mischung aus szenischer lesung (mit den beiden fantastischen aida ira el-eslambouly und sascha pederiva) und installation: daniel dorsch und die lotte waren bekanntlich im februar 2008 mit “rashomon” in teheran und haben ein paar souvenirs zu verteilen…
tickets unter 078 836 45 91 oder über unsere info@cadartin.com -
auch wenn bis dahin das sommergewitter dem sonnenschein gewichen ist, wer noch nicht die juliweite gesucht hat, möge uns doch bitte beehren und einen tee schlürfen (mit einem schuss vodka drin, versteht sich).
chodafez et à bientôt
neue schmankerln
May 30th, 2008was neues für die augen: unter .:.media.:.3 frauen finden sich neu einige photos der aufführungen für die visuellen vergnüglichkeiten. demnächst wird dort auch der trailer zu sehen sein.
in teheran wurde übrigens letztens den bloggern das äthern über wordpress (dem diese page hier ja auch zu verdanken ist) verunmöglicht oder zumindest bedeutend erschwert… mal sehen, ob eine “staatliche” regierung es schafft, unsere grosse freiheit namens internet zu bannen.
salam
letztes
May 19th, 2008die letzte vorstellung von prometheus, samstag. zum abschluss noch ein wunderbares publikum, das wenn auch nicht zahlreich (wo seid ihr, ihr elenden zuschauer des beginnenden sommers?) so doch jubelrufe zum abschluss in richtung dieser “mickey-maus-beohrten” schickte. die letzte vorstellung im neumarkt meinerseits, auf diese art und weise (nach uns die sintflut, wir sind gespannt wie ein regenschirm auf das neue duo). sigh. im anschluss an die auf prometheus folgende aufführung publikumsberatung (auch hier: weh dem, ders verpasste, du wirst nie wissen was dir entgangen ist) trat leopold von verschuer auf die bühne und verabschiedete sich und die grossartige wortkünstlerin kathrin röggla mit den schönsten abschiedsworten, die ich seit langem vernommen hab: mit den runden folgen ihrer begegnung und zusammenarbeit, die sich unter rögglas hemd abzeichneten. die welt ist und bleibt eine kugel.
und während gustav trällert verlass die stadt, behaupte ich allen ernstes, dass diese so überwirtliche und unausstehliche weltstadt bei allen momentanen diktatorischen zügen doch, ja, hm zum aushalten ist. naja, manchmal tatsächlich ein guter startfleck für einen maikäfer. weswegen alle dringend am donnerstag 22.5. ins hive flattern um die tom huber band zu belauschen, diese herbe psychedelische rockbastelei.
tanzbeine schwingen! und den teller aufessen, hilft gegen feuchtigkeitsfäulnis.
life goes on
April 26th, 2008eine kurze sonnengeladene dankesrede an all die exiliraner und imlandeiraner, bibliothekarinnen und andere informanten, die mir eine antwort nach der anderen mit angeboten, hinweisen oder auch nur einfach “leider verstehe ich nicht genau, worum es geht, aber wie kann ich helfen?” schicken. ihr seid einfach unschlagbar! dazu muss man sich jetzt die letzte ausgabe von http://lifegoesonintehran.com gönnen (auch wenn ich es ihm immer noch ein wenig verüble, dass er keine frau ist) und sich auf den ersten mai freuen… tehran, sahebe delam!
und alle nochmal fest an die lieben denken, die gerade den polen rashomon vorspielen (und sich nachher bestimmt wieder den vodka holen).
ff mit der sonne und den fernsüchten
rindvieh
April 25th, 2008zu verbuchen: eine premiere. es folgt die post-theatrale depression (abhandlungen über phänomene wie die zweite vorstellung fehlen immer noch gänzlich bei wikipedia) und sehr amüsante kläffer richtung “jungregisseure” und deren “probleme mit puller und mutter” (siehe nachtkritik.de).
es darf allen laut und deutlich empfohlen sein, sich diese schau - vielleicht doch zum ruhme des zeus - zu gönnen. der herr jungregisseur hat meiner meinung ein wunderbares beispiel dafür geliefert, wie man einen klassiker weder klassisch noch mit aktuell-modernem überwurf auf die bretter des tartaros bringen kann. und diesem ensemble guck ich einfach gerne zu!
in den morgenstunden, gut getränkt und geräuchert, stellt man sich dann doch ein paar fragen: wie ist das eigentlich mit diesem ideal einer produktion, die von anfang an alle beteiligten gleichermassen an der entwicklung beteiligt? wo kein scheinwerfer seinem sachzwang erliegt und nicht nur der musiker es grad mal geschafft hat, als künstler zu gelten - wo die bühne, dafür entworfen, von anfang an zu belebender raum ist und dann auch nicht mehr aussieht wie aus dem ei gepellt. wo endet die idee vom gemeinsamen moment für zuschauende und spielende, die gemeinsame welt, der offene betrug? kino gucken wir uns dann im kinosaal an, ja?
wir haben auf jeden fall viel vor.
bis dahin hüpfen wir mit lykke li in eine nordische nachthelle (mit halbem alkoholgehalt, natürlich)….
neue page neues glück
April 19th, 2008mit ein wenig verspätung danken wir allen sehr fürs kommen zur gp und premiere der “drei frauen” am 21./22. januar! es sind zwei sehr schöne abende geworden und auch wenn’s weder verrisse noch lobesreden in den zeitungen gab, haben wir ein paar wunderbare rückmeldungen von menschen bekommen. natürlich arbeiten wir dran, dass es nicht bei diesen aufführungen bleiben wird, man darf also weiterhin gespannt sein.
frisch in unserer produktionskiste brüten wir an einem abend über teheran (aufführung im juli in zürich) und stehen mal wieder, ja, hinter der kamera, wie sich’s gehört. genaueres folgt ohne gewähr.
dafür dräuend wichtig und sehr bald: am 24. april die premiere von der gefesselte prometheus in der regie von christoph rath am theater am neumarkt! es wird freakig, versprochen. aber auch heftig, lustig (ja doch), es wird dröhnen und schwallen und am ende sitzen wir alle in der unterwelt. kommet in scharen und belehrt die kulturförderungshohentiere eines besseren.
in diesem sinne: bleibt fröhlich und setzt kinder in die welt



