update

June 17th, 2009

oder anmerkung:

(…)

2. Hashtags, the only two legitimate hastags being used by bloggers in Iran are #IranElection and #gr88

4. Help cover the bloggers: change your twitter settings so that your location is TEHRAN and your time zone is GMT +3.30. Security forces are hunting for bloggers using location and timezone searches. If we all become “Iranians”, it becomes much harder to find them.

5. Don’t blow their cover! If you discover a genuine source, please don’t publicise their name or location on a website. These bloggers are in REAL danger. Spread the word discreteley through your own networks ut don’t signpost them to the security forces. People are dying there, for real, please keep that in mind.

 

zwitschern aus der vorhölle

June 14th, 2009

das ist total aufregend. ich fühl mich wie in dem moment, in dem ich zum ersten mal einen computer angestellt hab und anfing zu tippen (war noch ein uralt-ding). bin bei twitter. ogott. aber es gehen dinge vor sich, und die kommunikative welt verändert sich, so dass ich ausm bad komme und jegliche normalen tätigkeiten (essen, trinken, fertig anziehen) vergesse:

Friends are back home with injuries, not TOO serious. SMS is still down and many many are arrested. Among them members of Mousavi’s party.

student and alumni demonstration against the fraud in the election started in Sharif University of Tech from 3 h ago.

there is going to be a governmental demonstration in central Tehran in an hour to support Ahmadinejad. power show off. #IranElection

Steve Clemons on huffingtonpost.com: (…) He said that Ahmadinejad is now genuinely scared of Iranian society and of Mousavi and Rafsanjani. The level of tension between them has gone beyond civil limits — and my contact said that Ahmadinejad will try to have them imprisoned and killed.

usw… “live” an einer revolution? wann war das nochmal, dieser riesenaufruhr wegen “embedded reporters” oder sowas? sind jetzt schon online-zeitungen zu langsam? lässt sich da noch eine meinung bilden oder kann man nur ohnmächtig und mit einer grossen, bittenden, hände ringenden hoffnung im bauch den nächsten minuten entgegenbibbern bzw. twittern?

als ich gestern früh (nach einer miserablen landung des swiss-piloten - easy-jet und airberlin piloten kennen ihre flugzeuge offensichtlich länger) endlich die zeitung in der hand hielt und “erdrutschsieg für ahmadinejad” lass - 62%! und die stimmen waren noch nicht mal fertig ausgezählt! - wurde mir erst richtig klar, was für hoffnungen ich in diese wahl hatte. es macht nur überhaupt keinen sinn. welcher politiker wäre so dumm, 62% zu beanspruchen, wenn wochen vorher klar war, dass die wahl eng ausfallen würde? das gleicht einem politischen selbstmord, oder einem betrug, der nur dazu da ist, aufruhr anzustacheln - gründe zu sammeln, für die man gefährliche gegner gleich ganz ausschalten kann. störenfriede aus der welt zu schaffen.

ich wünschte, alle da drüben können etwas tun, etwas ändern, können selbst bestimmen, bis “living as a human” nicht mehr eine menschenrechtliche aktion ist. heute steht alles unter diesem stern.

 

revolverblog

June 7th, 2009

auf dem treibstoff blog sollen und dürfen und wahrscheinlich auch werden alle teilnehmenden produktionen bloggen was das zeug hält. nach ein bisschen vorgeplänkel fürs MAIDing gibts jetzt endlich was zu lesen. den gleichen text gibts unter produktionen>revolvertraum, dazu einen vorgeschmack auf den visuellen genuss im herbst / unser zweites fotoshooting mit neuer besetzung und (ja, im august kommt das erste weihnachtsgebäck in die läden) pressetexte. damit endlich mal was unter presse steht. und MAIDbilder. und - nee das wars erstmal.

alle kennen das antwortenbuch. alle kennen das orakel. jemand sollte eine kombination entwickeln.
wenn eine antwort existiert, dann gibt es nur einen ort wo du sie finden kannst.

wo?

du weisst wo.

 

das programm zum heutigen abend

May 25th, 2009

im MAIDing versteckt sich das weib aus dem hintergrund und katapultiert sich in den eigenen vordergründigen hauptsachverhalt: das ist der zeitpunkt, wenn frau ihre probleme nicht mehr mit einer kurzhaar-frisur lösen kann, wenn sich das selbst-verständnis einer möglichen schwangerschaft plötzlich lautstark mit fragen zurück-meldet, wenn all den tippenden, sammelnden, unterstützenden, vertrauenden gefährtinnen mehr als nur die widmungsseite geboten wird.

im MAIDing zieht sich ein mit unserer ersten produktion begonnener schwerpunkt weiter: die ständige auseinandersetzung mit einem fakt, der einen grossen teil unseres daseins ausmacht: die frau. wir mögen wie miriam meckel (siehe letztes tagimagi) lieber die „thelma&louise-feministinnen“ als feuchtgebietler-innen und männerhasserinnen. aber so ganz scheint weder selbstver-ständlichkeit, gleichberechtigung noch gelassenheit zum thema erreicht zu sein, die frau wie mann verdient.

das MAIDing ist ausserdem ein try-out für den REVOLVERTRAUM (der dann eine ganz andere geschichte erzählt): nachdem wir versuchen werden, deine sehgewohnheiten etwas umzumöbeln, wirst du im untergeschoss 1 schalter für dich finden: falls du immer schon mal selbst bestimmen wolltet, was und wie viel sichtbar ist, was im dunkel bleibt: das ist die gelegenheit. zu jedem schalter gehört eine persönliche lichtquelle.

damit wir unsere schlüsse aus diesem kurzprojekt ziehen können, möchten wir dich bitten und herzlich einladen, nach der vorstellung mit einem getränk auf der terrasse mit blick auf den rhein zu diskutieren oder uns eine notiz auf dem programmblatt zu hinterlassen.

 

in outer space

May 22nd, 2009

erste probe - heimspiel, auf heimatlichem boden, bekannte luft in der lunge  - … es gibt jetzt diesen netten treibstoff blog, auf dem wir ab jetzt fremd-und-parallel-bloggen werden: http://treibstoff.twoday.net/ im moment sind wir ziemlich rosa vertreten.

ausserdem schwebte der süsse kleine kerl heute durch meinen schädel, während die beiden E’s jegliche dimensionalen sicherheiten und perspektivischen verlässlichkeiten ganz privat aus den angeln hoben: alistair in outer space. alistair wird auf dem weg in die bibliothek von goots (”aliens” im allgemeinen sprachgebrauch, allerdings ohne einen nennenswerten orientierungssinn) entführt. ausgeliehen. es ist ganz einfach ein heidenspass, seine eigenen augen zu überlisten, die noch im hirn beschäftigt sind dem plot zu folgen, - die kleinen problemchen fliegen plötzlich schwerelos zurück in den blickwinkel. die erste frau das letzte einhorn.

167 km von zh nach bs und wieder zurück und immer bei wettenstein stellt sich die frage: linker oder rechter tunnel?

express yourself…

 

post-teheran

May 12th, 2009

ach und die chats & bilder sind jetzt endlich da wo sie sein sollen. ff beim schmökern!

 

MAIDing

May 12th, 2009


*25. und 27. mai* hat jeder ( der platz findet) im basler raum33 zu sein: als auftakt für unseren herbstlichen treibstöffler REVOLVERTRAUM gibts zwei abende, die ganz im zeichen der frau stehen… (diese mysteriöse hälfte der welt scheint sich als dauerthema der cadartins herauszuschälen. woher das bloss kommt?) eine lose collage mit verbindungsmöglichkeiten aus sprache und tanz zur maid im hintergrund: was frau macht, wenn frau alleine zu hause ist und telefoniert: man läuft den spuren im boden nach, auf zehenspitzen, man tanzt ein bisschen, man legt sich kopfüber aufs bett, man dreht an den haaren, begutachtet die pickel und den po (oder waren’s doch eher die schenkel? vielleicht sogar ein wieder dermassen unrasiertes bikinibermudadreieck?) im spiegel, sammelt müll vom boden auf, einmal getragene klamotten, kritzelt horizonte und rettungsringe auf papier, beobachtet leute im fenster, bohrt in der nase und knabbert dann an den fingernägeln, räumt auf, tastet an der wand entlang… die vordergründigen problemchen sind leichter als die auf dem herzen. sie trifft mitten ins herz. du wirst die luft ohne zu fragen einsaugen. sabbern wie ein leckes seebecken. und ich werde dich solange trainieren, bis wir die gleiche sprache sprechen. ich erhalte zum dank widmungen auf den seiten seiner bücher, die zum beginn weggeblättert werden: Meiner lieben Frau in Dankbarkeit. das MAIDing um jeweils 20 uhr im raum 33, basel.
verehrter zuschauer, du wirst das licht in den händen halten und beleuchten, was du nicht im dunkeln lassen willst. oder vielleicht wagst du dich ja in die verlässlichkeit deiner übrigen sinne? im anschluss an beide vorstellungen finden publikumsgespräche statt! reservationen (beschränkte platzzahl mal wieder) unter info@cadartin.com.

 

chello kebab

April 1st, 2009

noch immer leicht berauscht von einer wunder-wunderbaren vorstellung gestern abend: das mikrophon knackst, christoph rath, kaum mit dem zug angekommen, springt ein für den kranken sascha,  - naja, und dann drückt man auf play und der abend läuft. wieder keine presse, die einen “objektiven” blick liefern könnte, drum nur wieder die unzähligen danke-schöns aus dem publikum - ! kaum war das licht wieder an, renn ich rüber in den stall 6 und installiere den chat (davor muss ich noch ein paar arme bar-besucher verscheuchen, die den chat für die originellste ausrede seit langem halten - ): niemand online. die zuschauer trudeln ein, freunde, freunde von freunden, iraner(innen! viele frauen!) und völlig fremde sammeln sich um die leinwand. jadi und parisa kommen online und es geht los. fragen und antworten überschneiden sich, kleine insider aus teheran zwischen fragen nach zensur, virtueller realität, exil, literatur, schönheitschirurgie und 13-bedar…. (den gesamten chat gibts als hier pdf zum download ) und am wochenende in berlin gibts die fortsetzung! nach einer stunde lichtet sich das publikum und die beiden teheranis zeigen müdigkeitserscheinungen. daniel und ich sitzen beim letzten bier und sind überrascht und ja!glücklich! (ganz unsentimental - wir sollten wieder selbstverständlicher sentimental sein) über all die vollen, leuchtenden gesichter, die neugier, all die hände, die gedrückt werden aus freude, und die seltsame, nicht ganz fassbare verbindung durch den äther bis nach teheran.
auf ein neues! wir sehn uns in berlin (und - man darfs ja vorflüstern. berlin ist NICHT die letzte station!)

ps: der aprilscherz von lgoit.com ist nicht zu übertreffen!

 

this is no post

March 30th, 2009

nach einem tag voller posts, comments, links, KAPITALaussagen und copypaste muss jetzt auch noch was raus. versprochenerweise. morgen gehts in die gute stube und der souvenir-teppich wird unter die neuen texte gelegt (apropos texte: wie kommts, dass immer genau dann, wenn sahebe delam wieder aktuell wird, die blogs überschwemmt werden mit nachrichten, die in anderer medien hand schichtweise umgelagert werden - es nimmt gar kein ende. hier sei kurz angemerkt: der plan wäre gewesen, diesmal auch mehr unbequeme stimmen zu wort kommen zu lassen. ich hab lange gesucht, überlegt, abgewogen - fakt ist aber wohl, dass gerade diese nicht unbedingt nach der englisch sprachigen leserschaft schielen. und dann stellt sich wieder die frage: trotz dem allgemeinen recht (?), das jeder sich durch seinen blog schafft - nämlich: überhaupt gelesen zu werden - gibts nicht genug dringendes, befremdliches, das auch hier ans ohr gebracht werden muss? sollte? birgt natürlich wieder die schwierigkeit, dass sich durch die zusammenstellung eine gewichtung herausschält, die durch die auslassung einerseits ein unvollständiges bild zeichnet (aber wo ist schon ein vollständiges möglich), andererseits spielt sich der “herausgeber” (aka ich) zu einer instanz der vertretung auf. war nicht der plan. klammer zu. jedenfalls: es kann nicht schaden, dass neben all dem alltäglichen, schlicht “unbekanntem aus einer nachbarlichen welt”, auch stimmen zu wort kommen, die für diese veränderung sprechen, hartnäckig den finger auflegen. und, um zum anfang der ersten klammer zu kommen, die umwerfenden nachrichten häufen sich. es sind einzelmeldungen, spitzen von eisbergen, aber sie sind das, was uns erreicht, sie sind das, was sich finden lässt, sie zeugen von einem blubbernden topf, sie sind die silhouette, die durch die fensterscheibe einen kompletten alltag an umbrüchen zeigt.).

ansonsten: sascha liegt krank im bett und die bakterien sind hartnäckig, sparen sich die genesung für den flug ab basel euro-airport. darum wird am dienstag fabian krüger einspringen und freilich adrett die lese-stimme übernehmen. wir entschuldigen uns für entstehende unnanehmlichkeiten, bitten um gnade und verweisen auf die folgenden gastspiele des goodies (more to come soon).

auf jeden fall aber: der live chat, ab ca. 21:45 uhr im stall 6, mit:

Jadi
I’m Jadi, a blogger from Iran. I am also blogging in Persian but after my first blog (Jadi.net) was blocked in Iran, I’ve chosen to blog in English at www.Jadi.net and migrate my Persian blog to www.Freekeyboard.net.

Hossein
war im Februar 2008 der Dolmetscher am Fadjr Festival in Teheran, studierte in London und Teheran und arbeitet zurzeit in Teheran als Lehrer u.a. online auf www.ezaban.com.

Sanam
I left Iran 5 years ago and lived in the US for a while and I’ve just moved to London. I’m working for the BBC’s Persian TV now. I’ve been blogging in Persian since 2001 (I’m one of the first Iranian female bloggers), and I started my English blog in 2003.
http://ladysun.wordpress.com/

und weiteren und/oder in unterschiedlicher besetzung. wir harren der dinge die da kommen.

ausserdem bald: das mai-ding in basel, ein vergnügliches versuchskaninchen für das zukünftige treibstoff-wesen (träume! leute, träumt was das zeug hält! tote träumen nicht. eingefrorene wahrscheinlich auch nicht. sie mögen sinnlos und unfassbar sein, aber was gibt es besseres als seine gesammelten emotionalitäten ineinander gewürfelt zu finden und auch noch dreidimensional erlebbar - besser als jedes videospiel. sorry. videogame.)
dazu aber ein ander mal mehr. auch mit theoretischem unterbau.
ein blogger schreibt, er habe bei seinem letzten post festgestellt, dass kein einziger ihn gelesen hat. das habe ihn so dermassen beruhigt, dass er jetzt den nächsten schreibt. völlig frei in der wohligen äther-existenz, die sich in die weite richtet, ohne berühren zu wollen. wer das hier wohl liest…?

 

auf gipfeln, höhen und mit weitsicht

March 11th, 2009

extrembergsteigler sind ja mitunter nicht die vertrauenswürdigsten beispiele grundlegender einschätzungen für normalsterbliche (auch herrn messners  “ich wollte einmal hoch hinaufsteigen, um tief in mich hineinsehen zu können” möchte man nicht zwingend als glanzleistung von analyse verzeichnen - wobei immerhin eine antwort nach mittlerweile 31 jahren doch interessant wäre), dafür halten sie echte fundstücke in leicht verstaubten bibliotheksschätzen bereit. folgendes fand sich in dem band  “wände, grate, gipfel - das abenteuer des alpinismus” aus dem jahre 1970, letztes kapitel. die autoren richardi und ullrich tun ihre bergsteiger-prognose für das jahr 2000 kund, und zwar für pessimisten (die optimistische prognose wird heute vorenthalten) und weitaus umgreifender als nur für bergsüchtige:  “die passivität unserer wohlstandsgesellschaft wird formen angenommen haben, die wir uns heute noch nicht vorstellen können. der einzelne wird konsument und nutzniesser einer kette von dienstleistungen sein.”

ja! wir nutzniessen und konsumieren sogar im jahr 2009 was das zeug hält! wir haben die zukunft überholt! und in unserer wohligen passivität können wir uns die zukünftigen formen unserer verkettung immer noch nicht vorstellen - alles beim alten also.

passend dazu die schlussszene zwischen der winselnden EVE (im schicken apple-design) und dem etwas eingerosteten WALL-E: am ende kann der nutzniesser seine dienstleistungsapparate nur geniessen, wo sie emotional erwachen - wo kämen wir denn da hin, in einer komplett effizient-technisierten welt ohne taschentücher?
themawechsel: die technik sei gelobt! wir planen für die berliner vorstellungen ein live-chat-treffen mit teheranis aus teheran und den usa (sogenannte exilanten). im anschluss an beide vorstellungen gibts also die möglichkeit, weder mit tausend ungestellten fragen nach hause zu gehen noch von uns unbefriedigende antworten zu erhalten, sondern direkt und (hoffentlich, ja, doch) unverkrampft mit ein paar jungen und jung-gebliebenenen über den erdball zu sprechen. wer dabei ist, wird hier und vor ort kurzfristig angekündigt - nur so viel: blogger, blogger, blogger… !